Pläne für neues Seniorenheim in Puschendorf durchkreuzt: Hintergründe und Gegenwehr
Die Diakonie-Gemeinschaft in Puschendorf will ein neues Seniorenheim bauen, das ist schon länger bekannt. Der Bedarf ist da, dennoch tut sich nichts. Dafür gibt es Gründe.
Das vor mehr als einem Jahr bekanntgewordene Vorhaben für den Neubau eines Alten- und Pflegeheims durch die Diakonie-Gemeinschaft Puschendorf ist ins Stocken geraten. Der Grund hierfür ist eine erst kürzlich erfolgte Änderung in den Förderungsrichtlinien im Modernisierungsprogramm des bayerischen Ministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr (BayModR) und dem Programm "Pflege im sozialen Nahraum - PflegesoNah" des bayerischen Gesundheitsministeriums: Um einem zusätzlichen Flächenverbrauch entgegenzuwirken, werden jetzt keine Neubauten mehr gefördert, sondern nur noch Umbau- und Modernisierungsarbeiten.
Statt des erhofften Eingangs des vorhabenbezogenen Bebauungsplans hatte der Gemeinderat im Dezember diese Aussage von Thorsten Walter, dem Geschäftsführer der Diakonie-Gemeinschaft, erhalten. Wegen des Ausfalls von fest eingerechneten Zuschüssen entsteht eine Finanzierungslücke bei dem auf 20 Millionen Euro veranschlagten Neubaus, die nicht oder nur schwer zu bewerkstelligen ist, sagt Walter. Aus seiner Sicht handelt es sich beim geplanten Projekt um eine Erweiterung und Verbesserung des Versorgungsangebots der Diakonie-Gemeinschaft, die keinen Leerstand nach sich zieht.
Gebäude des alten Seniorenheims in Puschendorf sollen anders genutzt werden
Denn die bestehenden alten Gebäudeteile des Heinrich-Heinel-Heims sollen laut Plan anschließend weder leer stehen noch abgerissen, sondern lediglich anders genutzt werden. Im Gebäudeblock aus den 1960-er Jahren direkt neben der Fürther Straße sollten Wohnungen und Appartements für Mitarbeiter und Gäste eingerichtet werden. Im jüngeren Teil direkt neben der Konferenzhalle waren 30 Plätze für die Tagespflege, zehn Plätze für Kurzeitpflege und zehn Plätze für einen Hospizbereich vorgesehen. Gerade das Hospizangebot wäre dann das erste dieser Art im gesamten Landkreis Fürth.
Schon im Vorfeld der Überlegungen hatte man einen Umbau bei laufendem Betrieb als undurchführbar eingestuft. Denn der älteste Immobilienteil erfüllt nicht mehr die Anforderungen des Pflege- und Wohnqualitätsgesetzes und muss entkernt werden. Deswegen ist er während der Arbeiten nicht nutzbar.
Politiker machen sich stark für das schon totgesagte Projekt
Somit müsste der Betrieb des Heinrich-Heinel-Heims während dieser Phase massiv eingeschränkt und ein Großteil des Personals freigestellt werden. Diese Mitarbeiter wären aber nach Einschätzung der Einrichtungsleitung wohl für immer verloren. Auf dem stark umkämpften Markt der Pflegekräfte ein nicht zu vernachlässigender Effekt, sagt Walter.
In anschließenden Gesprächen mit den Gemeinderäten haben alle Fraktionen ihr großes Bedauern über diese Entwicklung bekundet und Unterstützung angeboten. Denn die Diakonie-Gemeinschaft ist unter anderem der größte Arbeitgeber im Ort. Quer durch alle Parteien will man nichts unversucht lassen, damit der Neubau sich doch realisieren lässt. Werner Stieglitz, Landtags-Wahlkreisabgeordneter der CSU, hat sich vor Ort bereits ein Bild gemacht. Gleiches gilt für seine Kollegin Gabi Schmidt, Landtagsabgeordnete der Freien Wähler, die sich mit Thomas Zöller, dem Patienten- und Pflegebeauftragten der Staatsregierung, über die Problematik informierte.
Durchweg positive Nachrichten kann Walter dagegen zum Projekt "Service-Wohnen" in der Konferenzstraße 1 vermelden. Nachdem nun nahezu alle der 24 geplanten Wohneinheiten mit Zwei- und Dreizimmer-Wohnungen für die ältere Generation verkauft sind, kündigt er den Spatenstich für diesen Bau noch im März an.
Bild zur Meldung: Der große Speisesaal (Bildmitte) verbindet den älteren Teil des Heinrich-Heinel-Heims (links) mit den späteren Anbauten. Momentan sieht es aber nicht so aus, als sollte aus den Plänen etwas werden.