Mit Rollbraten und Hühnerbrüste zum Titel: Ein Puschendorfer ist Bayerns bester Metzger.
„Mein Zeugnis bei der Gesellenprüfung war einfach besonders gut“, sagt der Preisgekrönte schmunzelnd. Da habe ihn die Fleischerinnung für den Wettkampf im Bereich Mittelfranken nominiert, den er sofort gewann. Dieser Sieg führte dann eben zwingend zum nächst höheren Wettbewerb. Kallert erzählt, dass der Berufsbegriff des Metzgers vor allem im Süden Deutschlands gebräuchlich ist, der exakte Ausbildungsberuf deutschlandweit aber Fleischer lautet. Traditionell sind Metzger häufig in kleinen, familiengeführten Betrieben zu finden. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, Tiere zu schlachten, das Fleisch zu zerlegen und daraus verschiedene Produkte herzustellen.
Schweinehüftsteak und mehr: Puschendorfs preisgekrönter Metzger kocht auch lecker auf
Genau das waren auch die Aufgaben bei den Konkurrenzen. Da galt es beispielsweise eine Rinderkeule von etwa 60 Kilo in 90 Minuten auszubeinen und optisch ansprechend zu präsentieren. Und zusätzlich einen Rollbraten oder Hähnchenbrüste zu füllen und anzurichten. Bei der Deutschen Meisterschaft, verteilt auf zwei Tage, mussten alle Teilnehmer sogar ein komplettes Gericht kochen. Kallert entschied sich für Schweinehüftsteaks mit Bratkartoffeln an Pilzrahmsoße und Buttergemüse. Die Wettbewerbe waren „anspruchsvoll“, haben aber auch „viel Spaß gemacht“, sagt er.
Als Spross einer alteingesessenen Metzgersfamilie sei er von klein auf in das Aufgabengebiet „reingewachsen“, erklärt Kallert. Ausbilder bei der Fleischproduktion im elterlichen Betrieb war sein Onkel Roland. Doch das Verkaufen hinter der Wurst- und Fleischtheke mit direktem Kundenkontakt bereite ihm genauso viel Freude. Es sei für ihn „einfach schön“, jeden Tag auf die „fertige Arbeit“ sehen zu können.
Kallert wundert sich schon, dass sein Beruf ein eher negatives Image in der Bevölkerung hat. „Die Zeiten von blutverschmierten Kitteln“ sind längst vorbei, meint er. Von Anfang an würde man heute großes Augenmerk auf Sauberkeit und Hygiene legen. Auch die Bezahlung sei mittlerweile durchaus vorzeigbar. 1050 Euro verdiene man in Bayern bereits im ersten Lehrjahr und damit nahezu doppelt so viel wie die Auszubildenden in Deutschlands Norden. Das hat er beim Austausch mit seinen Kollegen bei der Deutschen Meisterschaft erfahren.
Demnächst wird Kallert die Meisterschule mit drei Monaten Vollzeitausbildung in Landshut besuchen – und auch damit in die Fußstapfen von Opa, Vater und Onkel treten. Betriebswirtschaftliche Inhalte sowie Unternehmens- und Mitarbeiterführung stehen dort im Vordergrund. Da auch sein jüngerer Bruder Florian gerade die Ausbildung zum Fleischereifachverkäufer durchläuft, scheint die Versorgung mit Fleisch- und Wurstwaren durch die Puschendorfer Metzgerei Kallert auf viele Jahre gesichert- neuerdings auch preisgekrönt.
Bild zur Meldung: Stefan Kallert aus Puschendorf ist Bayerns bester Fleischer.