Zur Regisseurin im eigenen Leben werden
Puschendorf - Kraftquellen, Workshops und mehr, das bot der Frauentag in Puschendorf: Besonders beeindruckte die Mutter von Paralympics-Sieger Josia Topf mit ihrer ganz persönlichen Geschichte.
Der Frauentag zum Thema „Recharge – Energiegeladen durch den Alltag“ zog in diesem Jahr wieder mehr als 500 Frauen aus Nah und Fern in die Konferenzhalle. Seit mehr als 40 Jahren findet die gut besuchte Veranstaltung im zweijährigen Turnus in den Räumlichkeiten der Diakonie-Gemeinschaft statt. Die zeitliche Nähe zum internationalen Frauentag war ursprünglich reiner Zufall, wurde aber aus gutem Grund später nicht mehr geändert, sagt Schwester Evelyn Dluzak, die in diesem Jahr als Moderatorin und Animateurin auf der Bühne stand. Ein Stück weit Lebenshilfe und Glaubensstärkung zu sein für Frauen aller Altersstufen ist von Anfang an das Ziel der Veranstaltung gewesen.
Wiebke Topf, die Mutter von Josia Topf – dem Erlanger Para-Schwimmolympia-Sieger und -Weltmeister – beeindruckte das Publikum im Saal mit ihrer Lebensgeschichte und dem Umgang mit ihrem schwerstbehinderten Sohn, der ohne Kniegelenke und ausgebildete Arme zur Welt kam. Seit seiner Geburt vor 22 Jahren benötigt Josia tagtäglich Hilfe von außen für die Bewältigung des Alltags und zuletzt für das zeitaufwändige Schwimmtraining. Die ausgebildete Musical-Tänzerin, Gesangspädagogin und Buchautorin möchte Menschen, deren Leben durch eine leidvolle Erfahrung zum Stillstand gekommen ist, ermutigen weiterzugehen und eine neue Perspektive zu finden.
Frauentag in Puschendorf: Tipps für neue Kraft im Alltag - Regisseurin des eigenen Lebens werden
Sie habe die Erfahrung gemacht, dass man gerade in Situationen, die vollen Einsatz verlangen, vor allem auch an sich selbst denken müsse. Denn „nur wenn es mir gut geht, kann es auch allen anderen in der Familie gut gehen“, sagt sie. „Werden Sie Regisseurin Ihres eigenen Lebens und suchen Sie nach Kraftquellen für Körper, Geist und Seele!“ Gerade in schwierigen und fordernden Lebenssituationen solle man sein Augenmerk auf „gutes Essen und Trinken, guten Schlaf, Spazierengehen und Sport“ richten. Nur die Zuversicht und der Glaube an die bedingungslose Liebe Gottes habe sie durch die schweren Jahre ihres Lebens getragen, versicherte Topf.
Musik, Tanz, regelmäßige Kurzurlaube und Begegnungen in der Kirchengemeinde seien für sie weitere Kraftquellen.
Mit dem Besuch von ganz unterschiedlichen Workshops und dem Angebot von „Wohnzimmergesprächen“ nach der Mittagspause konnten die Frauen weitere persönliche „Ladestationen für den Alltag“ entdecken.
Ein persönliches Highlight, so berichteten viele Teilnehmerinnen, war das Angebot der persönlichen Segnung nach dem gemeinsamen Gottesdienst mit Predigerin Elisabeth Kühfeldt am Nachmittag. „Wir fühlten uns hier mit den angeschnittenen Themen persönlich angesprochen“ und zugleich „ermutigt, die eigenen Baustellen anzugehen“ – so lautete der Tenor der abgegebenen schriftlichen Rückmeldungen.
Bild zur Meldung: Die Frauentagsband beeindruckte mit Musik und Gesang beim Frauentag in Puschendorf.
Fotoserien
Frauentag in der Diakonie-Gemeinschaft (01.03.2026)
Zum großen Frauentag der Diakonie-Gemeinschaft sind wieder mehr als 500 Frauen nach Puschendorf gekommen - und haben es nicht bereut.