Zwei Polit-Dinos feiern ihr Comeback
PUSCHENDORF - Nach vorne befördert: Mit Bertram Schacher (SPD) und Wolfgang Kistner(CSU) ziehen alte Bekannte in den Gemeinderat ein,
Ein bisschen „Jurassic World“ in Puschendorf: Was die Ergebnisse des Gemeinderats angeht, prägt nämlich ein Comeback zweier Polit-Dinos die Kommunalwahl. Hatten im Vorfeld zu früh ausgegebene Briefwahlunterlagen und das drei Tage vor dem Wahlsonntag verteilte amtliche Mitteilungsblatt mit dem von den Wahlplakaten bekannten Porträtfoto von Bürgermeisterin Erika Hütten zu heller Aufregung und der reellen Befürchtung „unzulässiger Wahlempfehlung von Amtsseite“ geführt, waren bereits am Abend des 8. März die Wogen wieder geglättet. Die Freien Wähler sahen nach dem überzeugenden Erfolg von 60,7 Prozent bei der Bürgermeisterwahl für ihren Kandidaten Alexander Dörr keine Veranlassung „zum Nachkarten“.
Auch bei den Wahlen zum Gemeinderat erhielten die Freien Wähler mit 30,8 Prozent und einem leichten Zuwachs von einem Prozentpunkt wieder den höchsten Stimmenanteil aller vier Fraktionen. Das ist gleichbedeutend mit vier Sitzen im 14-köpfigen Gremium.
Knapp dahinter folgt die CSU, die einen bemerkenswerten Sprung um 8,2 Prozentpunkte nach oben machte und mit 29,4 Prozent der Stimmen künftig ebenfalls vier Sitze im Gremium besetzen wird. Vermutlich profitierte die CSU diesmal vom Wegfall der Wählerinitiative „Bürger für Puschendorf“, die vor sechs Jahren einen einzigen Sitz im Rat ergattern konnte, bereits in der ersten Sitzung eine Fraktionsgemeinschaft mit den Christsozialen eingegangen war und auch danach eng kooperierte. Sowohl der damalige Bürgermeisterkandidat der BfP, Dieter Glaser, wie auch das verbliebene BfP-Ratsmitglied Dirk Eiben standen nun auf der CSU-Liste für den Gemeinderat.
Bei der Kommunalwahl in Puschendorf verbuchen SPD und Grüne leichte Verluste
Die SPD verbuchte einen leichten Rückgang von 1,3 Prozentpunkten, zieht aber mit 22,2 Prozent und drei Räten in den Gemeinderat ein. Auch die Grünen müssen ein kleines Minus von einem Prozentpunkt hinnehmen und entsenden bei einem Ergebnis von 17,6 Prozent künftig wieder drei Vertreter.
Ein zweiter Grund für den deutlichen Zuwachs der CSU dürfte das erneute Antreten von Alt-Bürgermeister Wolfgang Kistner sein. Von Listenplatz 14 haben die Wählerinnen und Wähler den ehemaligen Rathauschef (2002 bis 2020) mit insgesamt 900 Stimmen auf Platz 2 nach vorne gewählt. Er wird dem Gemeinderat noch einmal sechs Jahre angehören.
Ein ähnliches überraschendes Comeback feierte SPD-Mann Bertram Schacher. Vor genau 10 Jahren war der damalige Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten nach einem insgesamt 40-jährigen kommunalpolitischen Engagement überraschend auf eigenen Wunsch aus dem Gemeinderat zurückgetreten und hatte sich aus der Öffentlichkeit weitgehend zurückgezogen. Jetzt wurde Schacher von Listenplatz 7 auf Rang drei befördert und darf wieder mitmischen im Ringen um Entscheidungen auf kommunaler Ebene. Ihm zur Seite stehen wiederum Klaus Fleischmann, bislang SPD-Fraktionssprecher und 3. Bürgermeister, sowie Miriam Böhm, die 2016 für Schacher in den Rat aufrückte.
Kistner arbeitet in der CSU-Fraktion zusammen mit Tobias Eichner und Klaus Madinger. Ganz neu dabei ist der 37-jährige Andreas Auerochs. Reinhard Weghorn wird dem Rat nach 36 Jahren erstmals nicht mehr angehören.
Zeitlich nacheifern wird ihm Stephan Buck, der im Mai seine sechste Sitzungsperiode als Gemeinderat beginnt und seit vielen Jahren als Fraktionssprecher für die Freien Wähler fungiert. Wiedergewählt wurde Christian Auerochs. FW-Vorstand Stefan Geißdörfer wird den freiwerdenden Platz von Bauhofleiter Matthias Stark einnehmen. Auf den freigewordenen Sitz von Stimmenkönig Alexander Dörr (1035 Stimmen) rückt künftig der 24-jährige Student Fabian Buck.
Für Bündnis 90/Grüne werden wie in den vergangenen sechs Jahren Fraktionssprecher Jens Engelhardt und Peter Eckert im Gemeindeparlament vertreten sein. Auf den Platz der bisherigen 2. Bürgermeisterin Anna-Lena Tsutsui schicken die Puschendorfer künftig die Kunsthistorikerin Jacqueline Klusik-Eckert, die sich als Kirchenführerin, beim Theaterspielen und im Heimatverein einen Namen gemacht hat.
Bild zur Meldung: Man trifft sich wieder im Puschendorfer Gemeinderat: Bertram Schacher (l.) zieht mit der SPD ein, Alt-Bürgermeister Wolfgang Kistner für die CSU. Zu sehen ist das Duo hier im Jahr 2010 auf der Jahreshauptversammlung des Deutsch-Italienischen Freundeskreises