Jakob-Ralf
 

& Dorfschreiber

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Die Freiheit genossen

07. 08. 2022

Nach zwei Jahren Pause: Nachtwallfahrt der Diözesanstelle "Berufe der Kirche".

 

FORCHHEIM  - „Frei“ – unter diesem Motto stand die traditionelle Nachtwallfahrt der Diözesanstelle „Berufe der Kirche“, die schon seit mehr als zwanzig Jahren stattfindet. Nach zwei pandemiebedingten Ausfällen in den vergangenen Jahren genossen die 65 Wallfahrer und Wallfahrerinnen diese im Wortsinn „wiedergewonnene Freiheit“, sich eine ganze Nacht um die Ohren zu schlagen und auf überwiegend schmalen Pfaden und Waldwegen fünf verschiedene Kirchen und Kapellen im Landkreis Forchheim für spirituelle Impulse ansteuern zu können.

 

Ausgehend von der Kirche Don Bosco in Forchheim ging es diesmal auf einem fast 30 Kilometer langen Rundweg über Gosberg und Schlaifhausen, mit anschließendem steilem Aufstieg zur Walburgiskapelle oben auf dem Walberla. Nach einer kurzen Rast im Vereinsheim des DJK-FC Schlaifhausen wanderte man über Wiesenthau und Pinzberg zurück zum Ausgangspunkt.

 

Ursprünglich einmal für Jugendliche gedacht, die sich dabei mehr Klarheit für die eigene persönliche Zukunft verschaffen wollten, hat sich die Zielgruppe inzwischen hin zu den etwas „reiferen“ Erwachsenen verändert. Geblieben ist aber das Konzept dieser zwölfstündigen Nachtwallfahrt über Stock und Stein. Man läuft nicht, wie sonst allgemein üblich, eine genau festgelegte, immer gleiche Wegstrecke zum Zielpunkt der Wallfahrt, sondern jedes Mal auf ganz unterschiedlichen Streckenführungen innerhalb der Erzdiözese. Auf diese Weise kann man viele unbekannte Ecken und auch Kirchen im Bistum kennenlernen.

 

Schwester Maria Uttenreuther mit ihrem Team, der man die Begeisterung für dieses Konzept deutlich anmerkt, hat jedes Jahr viel Arbeit, eine genaue Wegstrecke festzulegen, die auch bei finsterer Nacht bewältigt werden kann. Dazu muss jemand gefunden werden, der bereit ist, seine Kirche zu ganz unüblichen Zeiten zu öffnen oder sich in der Lage sieht, die schon etwas müden Wall-Leut weit nach Mitternacht mit warmen und kalten Getränken zu versorgen.  

 

Die besondere Atmosphäre einer Nachtwanderung, der Erlebniswert von erlebter Stille auf dem gemeinschaftlichen Weg, die Gesänge aus dem Bereich der „neuen geistlichen Lieder“ sowie die inhaltlich gut aufeinander abgestimmten geistigen Impulse erklären der Erfolg dieser Veranstaltung. Während so mancher „altgedienter Wallfahrer“, gerade, wenn er erstmals mit von der Partie ist, dies als gewöhnungsbedürftig empfindet und traditionelle Gebete vermisst, sind die allermeisten regelrecht begeistert von diesem Konzept.

 

Josef Schmitt aus Reuth bei Forchheim, ist das erste Mal dabei und findet „alles sehr interessant“. Ihm, dem erfahrenen Altötting-Fußwallfahrer, ist aber aufgefallen, dass in dieser Nacht die Männer bei den Wallfahrenden aus der gesamten Diözese mit einem Schwerpunkt aus der Bamberger Gegend und der Fränkischen Schweiz deutlich in der Minderheit sind. Tatsächlich: gerade mal jeder sechste Teilnehmer ist männlich.

 

Heike und Gerhard Roth aus der Nähe von Erlangen als vermutlich einziges Ehepaar im Kreis der Teilnehmenden ist bereits zum sechsten Mal dabei. „Wenn man seinen inneren Schweinehund überwunden hat“, so sagen sie, kann man auf der Wallfahrt „immer etwas mitnehmen“. „Die guten Texte, die modernen Lieder und die Gedanken für den Weg“ schätzen sie ganz besonders.

 

„Komm Herr segne uns, dass wir uns nicht trennen“ – mit diesem Lied endete die Nachtwallfahrt und drückte damit auch den Wunsch vieler Wallfahrenden nach einer Fortsetzung des gerade gewachsenen Gemeinschaftsgefühls aus. Spätestens beim reichhaltigen Frühstücksbüffet im Pfarrsaal waren die Lebensgeister der Wallfahrenden wieder voll da, die zuvor beim mitunter anstrengenden Gang durch die dunkle Nacht etwas gelitten hatten.

 

Bild zur Meldung: Im ersten Morgenlicht machten sich die Teilnehmenden der Nachtwallfahrt auf den Rückweg nach Forchheim.

Fotoserien


Nachtwallfahrt Forchheim und Walberla (02. 07. 2022)

Zur Nachtwallfahrt der Diözesanstelle Berufe der Kirche waren 65 Wallfahrende gekommen, um einen Rundweg von Forchheim über Gosberg und Schlaifhausen zur Walburgiskapelle auf dem Walberla zu gehen. Heimwärts gin g es dann über Wiesenthau und Pinzberg zurück in die Kirche Don Bosco in Forchheim.

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