Zu Ehren der Wegweiserin
Pilgern auf dem Fränkischen Marienweg
Eggenbach/ Kloster Banz – „Es ist gut, dass es diesen Fränkischen Marienweg gibt. Er kann uns beschenken und bereichern.“ Erzbischof em. Ludwig Schick zeigte sich auf der letzten geführten Pilgerwanderung des Jahres im Banzer Stiftsland begeistert von der Existenz des Marienwegs und lobte ausdrücklich Monsignore Josef Treutlein als „Vater des Marienwegs“.
Seit nunmehr 22 Jahren sorgt der Initiator dieses inzwischen 2000 Kilometer umfassenden Pilgerwegs durch Unter-, Mittel- und Oberfranken für die Ausschilderung neuer Wegstrecken und bietet selbst mehrmals im Jahr geführte Pilgerwanderungen auf ausgewählten Teilstücken dieses Marienwegs an. Anfangs vor allem in Unterfranken, seit 2020 auch in der Erzdiözese Bamberg.
Die jetzige Wegstrecke führte durch die neue Heimat Treutleins – von Eggenbach über Wiesen und Nedensdorf zum Kloster Banz. Dort bewohnt der Priester seit seiner Pensionierung vor einem Jahr das einstige Pfarrhaus auf dem Klosterareal.
Als Erzbischof hatte Schick vor drei Jahren am Fest Maria Himmelfahrt den östlichen Teil des Fränkischen Marienwegs persönlich eingeweiht – im Beisein von über 600 Gläubigen. Nun zelebrierte Schick den Gottesdienst zum Start des Pilgertags in der Kirche „Maria Schmerz“ und lief die erste Teilstrecke bis zur ehemaligen Wallfahrtskirche „Maria Heimsuchung“ in Wiesen mit, bevor er weiterzog zu einer Firmspendung in Forchheim.
„Wegweiserin“ ist eine der ältesten Titel für Maria, sagte der emeritierte Erzbischof in seiner Predigt. „Fürsprecherin“ oder in genauer Übersetzung des lateinischen Begriffs „Advocata nostra“ eigentlich „die für uns Ansprechbare“ ist ein weiterer Name für die Muttergottes, erklärte Schick. „Wir dürfen sie in allen unseren Anliegen ansprechen“, sagte er zu den 90 Wallfahrern und Pilgerinnen.
Waltraut Schneider aus dem Siegerland war an diesem Tag die am weitesten angereiste Pilgerin. Ein geleistetes Versprechen nach einer Gebetserhörung war vor einigen Jahren der Beweggrund für ihre erste Pilgerfahrt in Richtung Würzburg gewesen, erklärt sie, der dann weitere folgten. Weil Pfarrer Treutlein „seine Sache richtig gut macht“ ist sie dem Marienweg treu geblieben und scheut auch die weitere Anreise bis Bad Staffelstein nicht. Schneider garniert den jetzigen Pilgertag mit zwei Übernachtungen im Frankenland und genießt die „herrliche Natur und die große kulturelle Vielfalt“, wie sie schwärmend erzählt. Denn „sowas Herrliches gibt es bei uns nicht“, sagt sie.
Der 18-jährige Jakob aus Treutleins früherer Pfarrei St. Josef in Würzburg ist heute der jüngste Teilnehmer beim gemeinsamen Pilgern und trägt sogar über die gesamte Wegstrecke von 14 Kilometern eine der beiden Lautsprecherboxen. Genauso wie bei vielen weiteren Teilnehmenden aus der Gegend um Würzburg, der Rhön oder dem Main-Spessart-Kreis sind es die wohl formulierten und lebensnahen Texten und gelegentlichen Anekdoten des langjährigen Wallfahrtsseelsorgers vom Würzburger Käppele, die das Pilgern in der Gruppe so anziehend machen.
Und die Oberfranken? Denen gefällt das selbstverständlich auch. „Wir sind Nutznießer des Fränkischen Marienwegs bei uns in Oberfranken und profitieren von langjährigen Erfahrungen aus dem Marienland Unterfranken“, sagt Kirchenpfleger Matthias Pospischil aus dem Seelsorgebereich Gottesgarten.
Weitere Informationen zum Fränkischen Marienweg und Hinweise auf Kartenmaterial gibt es auf der Webseite https://fraenkischer-marienweg.de.
Bild zur Meldung: Zumeist bei Hochnebel und eingeschränkter Sicht ging es für 90 Pilgernde auf dem Fränkischen Marienweg voran - hier mit dem Ziel Kloster Banz vor Augen.
Fotoserien
Pilgern auf dem Fränkischen Marienweg im Banzer Stiftsland (19.10.2024)
Bei der letzten geführten Pilgerwanderung auf dem Fränkischen Marienweg des Jahres 2024 mit Monsignore Josef Treutlein und unter Mitwirkung von Erzbischof em. Ludwig Schick wurde von 90 Pilgernden die etwa 14 Kilometer lange Strecke von Eggenbach über Wiesen und Nedensdorf bis zum Kloster Banz bewältigt.