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Kommt ein Therapiezentrum?

23.​12.​2024

PUSCHENDORF - In der Bürgerversammlung wollte Rathauschefin Erika Hütten auf die Frage einer Puschendorferin, was denn nun aus dem Grundstück der Gemeinde in der Fürther Straße werde, nicht so recht mit einer präzisen Antwort herausrücken.

 

"Wir stehen in konkreten Verhandlungen mit einem Anbieter aus der Gesundheitsbranche", sagte sie und bat um Verständnis, dass man erst Fakten nennen könne, wenn der Gang zum Notar unmittelbar bevorstehe. Nein, das Grundstück sei nicht nochmals auf dem Immobilienmarkt angeboten worden, erklärte sie auf die Nachfrage der Bürgerin. Der momentane Interessent sei bislang der einzige gewesen.

 

Der Mangel an Angeboten für das Grundstück an der Kreuzung von Fürther Straße und Rosenstraße war Anfang des Jahres die Begründung für den Abriss des dort stehenden Altbaus auf Gemeindekosten gewesen, der im April erfolgte. Der Gemeinderat werde vermutlich beim Kaufpreis dem ortsansässigen Interessenten "entgegenkommen", ließ Hütten jetzt verlauten.

In der Gemeinderatssitzung im Juni präsentierte ein Architekt Ansichten

 

Die Besucherinnen und Besucher der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Juni hatten allerdings bereits viel konkretere Informationen erhalten. Denn damals hatte der mit der Planung beauftragte Architekt Michael Grimm Ansichten für den Neubau eines Therapiezentrums auf genau diesem Gelände präsentiert.

 

Zu den bisherigen Sparten Physiotherapie und Logopädie sollen eine Praxis für Ergotherapie sowie Gesundheitskurse kommen. Gemäß dem Sitzungsprotokoll vom Juni hat der Gemeinderat von der Bauvoranfrage des Puschendorfer Physioteams Linda Mayer Kenntnis genommen und stellte damals "das gemeindliche Einvernehmen in Aussicht".

 

Ein Streitpunkt scheint lediglich die Frage von notwendigen Stellplätzen zu sein. Deren finanzielle Ablösung hat der Gemeinderat laut Protokoll damals schon abgelehnt. Mayer, die mit ihrem Physioteam derzeit in den Räumen der Diakonie-Gemeinschaft untergebracht ist, hat sich in einem Schreiben an die Redaktion der Fürther Nachrichten ausdrücklich bedankt "bei der Bürgermeisterin, allen Parteien und Gemeinderäten" für das schnelle Verfahren bei der Bauvoranfrage.

 

Mayer liegt sehr daran, mit ihrem Projekt an die Öffentlichkeit zu gehen. Gerade auch um der "Gerüchteküche" im Ort vorzubeugen, in der es heißt, "wir würden nach Hagenbüchach abwandern".

 

Während sich die meisten Gemeinderäte, ähnlich wie die Bürgermeisterin, sehr bedeckt halten und erst "nach Vollzug", also nach dem Verkauf des Grundstücks, etwas dazu sagen möchten, begrüßen die Freien Wähler die Maßnahme ausdrücklich. Man könne sich im Gemeinderat "über alle Fraktionen hinweg" einen "Verkauf für den Bau eines Therapiezentrums in dieser Form und an dieser Stelle sehr gut vorstellen", schreibt Stephan Buck (FW). Selbst der ungewöhnliche Bau mit einem in der gesamten Umgebung nicht gebräuchlichen Flachdach findet anscheinend keinen Anstoß bei den Gemeinderäten.

Für das neue Therapiezentrum in Puschendorf: Die Parkplatzsituation ist kritisch

 

Lediglich die schwierige Parksituation in unmittelbarer Nachbarschaft zum auch von außerorts sehr frequentierten Metzgereibetrieb sehen die Freien Wähler kritisch. Sie befürchten, dass die Besucher bald weitere Parkplätze in der Umgebung belegen werden. Es sei aber Konsens im Rat, so Buck, dass man die Therapieeinrichtung als Bereicherung der örtlichen Struktur gerne halten möchte und unter dieser Zielsetzung vorhandene weitere Bedenken zurückstellen würde.

 

Bild zur Meldung: So könnte, laut Visualisierung des Architektenbüros, der Neubau eines Therapiezentrums in Puschendorf aussehen.