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Puschendorfs Gemeinderat verliert eine Instanz: Nach 36 Jahren hört Reinhard Weghorn auf

23.​04.​2026

Puschendorf - „Irgendwann ist gut“, sagt Reinhard Weghorn, er hört nach 36 Jahren im Puschendorfer Gemeinderat auf. Und so fällt die Bilanz des Mannes, den jeder im Ort kannte, aus. 

 

Als Gemeinderat erfährt man Dinge, die ein normaler Bürger so nicht mitbekommt!“ Dies sagt Reinhard Weghorn, der nach sechs Wahlperioden und nach 36 Jahren als Gemeinderat nun zum Ende des Monats aus dem Gremium ausscheidet. Seine Bilanz lautet: „Im Großen und Ganzen hat es Spaß gemacht“. Den „waschechten Puschendorfer“, der als gelernter Zimmermann und nebenberuflicher Landwirt von Anfang an in seinem Heimatdorf aktiv war, hat es bereits sehr früh interessiert, wie es in der politischen Landschaft so zugeht.

 

Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat es für den damals 33-Jährigen im Jahr 1990 dann geklappt, für die CSU in den Puschendorfer Gemeinderat einzuziehen. Vier Bürgermeister hat er in dem langen Zeitraum erlebt. Anfangs den SPD-Mann Johann Sämann, dann ab 1996 den Christsozialen Karlheinz Merz, der Jahre zuvor auch den Ortsverein der CSU gegründet hatte. In dieser Zeit, gegen Ende des letzten Jahrtausends, fielen die großen Entscheidungen im Ort, erinnert sich Weghorn heute.

 

Eichwaldhalle Puschendorf: Reinhard Weghorn ist froh darüber, dass es hier keine Kegelbahn gibt

 

Zum einen der Prozess zur Verselbstständigung als Gemeinde, verbunden mit der Loslösung aus der Verwaltungsgemeinschaft mit Tuchenbach. Dann die 650-Jahr-Feier Puschendorfs und der Bau der Eichwaldhalle, deren Unterhaltskosten die Gemeindekasse bis heute belasten. Dies, so sagt Weghorn im Rückblick, waren die richtigen Entscheidungen gewesen. Erleichtert ist er jedoch im Nachhinein, dass man bei der Planung der Halle auf die zunächst angedachte Kegelbahn verzichtet habe. Als Handwerker und Mann der Praxis war seine Einschätzung und Expertise gerade in Baufragen immer geschätzt unter allen Bürgermeistern und Gemeinderatskollegen.

 

Auf Bürgermeister Merz folgten 2002 Wolfgang Kistner (ebenfalls CSU) und nun vor sechs Jahren die parteilose Erika Hütten. Da Weghorn in seinen letzten Berufsjahren als Leiter des gemeindlichen Bauhofs tätig gewesen war, kannte ihn nahezu jeder Bürger im Ort – und Weghorn jedes Grundstück und jedes Haus. Denn der regelmäßige Austausch der Wasseruhren in den Haushalten gehörte zu seinen Aufgabengebieten. Deswegen war wohl die Wiederwahl bei jeder Kommunalwahl nie ein Problem gewesen.

 

Früher war mehr Zusammenhalt im Puschendorfer Gemeinderat: Die Wirtshaussitzung fällt oft aus

 

Was ihm noch in Erinnerung geblieben ist? „Früher war mehr Zusammenhalt im Gemeinderat“, sagt er. Nicht nur gelegentlich sei man früher nach einer Gemeinderatssitzung noch „zusammen einen trinken gegangen“ – über alle Fraktionen hinweg. Das habe sich in den letzten Jahren mit der fortschreitenden Länge der abendlichen Sitzungen einfach nicht mehr ergeben, meint Weghorn.

 

„Ohne den Rückhalt in der Familie funktioniert das alles nicht“, das ist dem 69-Jährigen noch ganz wichtig zu betonen. Denn zu den monatlichen Sitzungen im Gemeinderat und in den Ausschüssen kommt noch die zeitaufwändige „Vereinsmeierei“, ohne die man als aktiver Bürger und Ratsmitglied nicht auskomme. 

 

Bei der jetzigen Kommunalwahl hat er nicht mehr kandidiert. „Denn irgendwann ist gut“, sagt Weghorn. Er ist ganz froh, bei den anstehenden kostenintensiven Aufgaben, wie Wasserversorgung und Kanalsanierung, bei gleichzeitig zurückgehenden Einnahmen nicht mehr mitmischen zu müssen. „Andere haben andere Ideen“, sagt Weghorn schmunzelnd, „die sollen mal machen.“

 

Bild zur Meldung: Reinhard Weghorn scheidet nach sechs Wahlperioden und 36 Jahren aus dem Puschendorfer Gemeinderat aus.