Jakob-Ralf
 
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Mohnblumen
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Mohnfeld
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild

& Dorfschreiber

  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Das Sportstudio aus Puschendorf

02.​10.​2024

JUBILÄUM - Mit 75 Jahren zeigt sich der SVP fit wie ein Turnschuh, auch wenn die Fußballer nicht mehr zu Spielen radeln.

 

Mit einer abwechslungsreichen Jubiläumsparty hat der Sportverein Puschendorf (SVP) den Veranstaltungsreigen zu seinem 75-jährigen Jubiläum abgeschlossen. Mit einem kurzweilig gestalteten „Aktuellen Sportstudio“ - in Anlehnung an den gleichnamigen Dauerbrenner im ZDF - wurde anfangs der Bogen geschlagen von den Anfängen in der Mitte des letzten Jahrhunderts zu den sechs jetzt noch aktiven Abteilungen des mit etwa 850 Mitgliedern größten Vereins im Ort: Fußball, Handball, Gymnastik, Tennis, Badminton und Volleyball. 

 

Die treibenden Kräfte bei der Vereinsgründung waren damals die durch Krieg und Vertreibung nach Puschendorf gekommenen Neubürger gewesen, hieß es jetzt im Rückblick. Mit der Vereinsgründung wollten diese Neubürger wieder „in ein normales Leben zurückfinden und sich integrieren“. Die Gründungsveranstaltung mit 29 Interessierten hatte am 19. Mai 1949 im Gasthaus „Roter Ochse“ stattgefunden, das über viele Jahrzehnte hinweg als Vereinslokal dienen sollte. 

 

Anfangs gab es einige Probleme, so war es gar nicht so einfach, zu den Auswärtsspielen anzureisen. Denn kaum jemand besaß in den Nachkriegsjahren ein Auto. Mehrere Male, so steht es in den Spielberichten, die Renate Baumann bis heute akribisch sammelt und verwaltet, sind die Spieler gar mit dem Fahrrad angereist. Später hat dann ein Busunternehmer aus Herzogenaurach die gesamte Mannschaft für 60 Mark zu den Auswärtsspielen gefahren. „Natürlich mussten wir dann im dortigen Vereinslokal warten, bis wir wieder abgeholt wurden.“ Das konnte dann, so berichteten die Augenzeugen noch Jahre danach, „auch mal etwas länger dauern“. 

 

Auch bei den Heimspielen traf man sich hinterher im „Roten Ochsen“. Denn im dortigen Waschhaus bestand die einzige Duschmöglichkeit. Legendär bis heute sind die „Spielerbesprechungen“ am Donnerstag im Vereinslokal, die sich dann bis spät in die Nacht aufs gemeinsame Karten- und Schachspielen ausweiteten. 

 

Kurt Böhm, der mit mehr als 1100 absolvierten Spielen zwischen 1977 und 2001 bis heute der Rekordspieler des SVP ist, erinnert sich sehr gerne an diese Zeit. „Die Kameradschaft war damals das Wichtigste, das Zusammensein und die Gaudi“, so schwärmt er noch heute. 

 

Renate Bernreuther kann ebenso auf bewegende Erlebnisse zurückblicken, die bis heute nachwirken und ihr Leben bereichern. 1976 war sie dabei, als sich in Puschendorf die erste Frauen-Fußballmannschaft gründete. Elf Jahre lang war sie aktiv als Spielerin, bis man sich 1987 ganz überraschend aus dem Spielbetrieb abmelden musste, „weil drei Frauen gleichzeitig schwanger wurden“, sagt sie. Bereits kurze Zeit später hat Bernreuther eine andere Aufgabe gefunden, die sie bis heute mit großer Begeisterung durchführt: Die Betreuung der Kinder- und Jugendmannschaften. Die Jugend heranzuführen an den Sport ist ihr ebenso eine Herzensangelegenheit wie das Sorgen um stärkende Gruppenerlebnisse und die Ausbildung von Grundtugenden wie gegenseitigem Respekt und Kameradschaft. Dies sei, so Bernreuther, fundamental wichtig für die persönliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. „Am schönsten ist es für mich immer dann, wenn viele Jahre später die einst von mir Betreuten als Erwachsene mit ihren eigenen Kindern vorbeikommen und diese in meine Obhut geben“, sagt sie strahlend. 

 

Die schnelle Integration von Neuankömmlingen und Zugezogenen in die Dorfgemeinschaft ist eine weitere wichtige Aufgabe eines Sportvereins. Sowohl der jetzige Vereinsvorsitzende Thomas Hennch wie Klaus Fleischmann, der als 3. Bürgermeister das Grußwort und den ausdrücklichen Dank der Gemeinde aussprach, betonten, dass ihnen „das Ankommen im Dorf“ leicht gemacht worden sei mit dem Eintritt in und ihrem Engagement im Sportverein. Hennch trainierte und spielte in der Jugend anfänglich sowohl bei den Fußballern wie bei der Schach- und bei der Tennisabteilung mit, bevor er sich seit einigen Jahren auf den Tennissport konzentriert hat. 

 

Vor zwei Jahren hat der Gymnasiallehrer als Vereinsvorstand Gerhard Ohletz abgelöst, der über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg den Verein mit großem persönlichem Einsatz geprägt und aufgebaut hatte. Beim obligatorischen Torwandschießen im Duell mit SVP-Ehrenspielführer Kurt Böhm ging Hennch mit zwei Treffern klar als Sieger hervor. Sportstudiomoderator Fabian Buck eröffnete danach als Schlagzeuger der Rockband „Burning Stages“ auch den zweiten Teil des Abends – die fetzige Jubiläumsparty mit Musik und Tanz für Jung und Alt.

 

Ein Ehrenabend für die langjährigen Vereinsmitglieder im Mai und ein sehr gut besuchtes Benefiz-Fußballspiel gegen die Traditionsmannschaft der SpVgg Greuther Fürth im Juli waren dem "Sportstudio" schon voraus gegangen.

 

 

Bild zur Meldung: Sportstudio-Moderator Fabian Buck (mit Mikrofon) begrüßt Thomas Hennch (links) und Kurt Böhm zum obligatorsichen Torwandschießen. Im Hintergrund rechts Renate Bernreuther, die seit 1987 die Kinder- und Jugendmannschaften der Fußballabteilung betreut.

Fotoserien


75 Jahre Sportverein Puschendorf (25.​09.​2024)

Mit einer Sondersendung des "Aktuellen Sportstudios" incl. Torwandschießen zwischen dem Vereinsvorstand und der "Spielerlegende" Kurt Böhm sowie einem heiterem Abend mit Rockmusik und Tanz feierte der SVP sein 75-jähriges Vereinsjubiläum in der Eichwaldhalle.

Urheberrecht:
Alle Fotos Ralf Jakob. Fotos dürfen ausschließlich für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Veröffentlichung - auch in sozialen Medien - bedarf der Genehmigung durch den Autor.