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Näher am Leben der Menschen

27.​10.​2024

"Fränggische Bibl" in Nürnberg offiziell präsentiert

 

Nürnberg – Mit einem Festgottesdienst in der Nürnberger Lorenzkirche wurde die Präsentation der „Fränggischen Bibl“, also die Übersetzung des Neuen Testaments in fränkische Mundart, gefeiert. 

 

Dieses 576 Seiten umfassendes Buch aus dem Verlag Friedrich Pustet (Regensburg) vereint den aktuellen Stand fränkischer Dialektkultur mit kunstgeschichtlichen biblischen Zeugnissen aus Franken und möchte den Menschen in Franken das Wort Gottes in ihrer Muttersprache nahebringen. So finden sich in der "Bibl" auch Bilder aus Franken, die aus fränkischen Kirchen, Kapellen, Klöstern, Gemeinde- und Tagungshäusern stammen, oder Werke von fränkischen Künstlerinnen und Künstlern. 

 

Angestoßen hat das ökumenische Projekt der Arbeitskreis "MundArt in der Kirche e.V." unter der Leitung von Pfarrer Claus Ebeling im mittelfränkischen Lichtenau. Etwa 100 Autorinnen und Autoren sowie Fotografen aus allen Teilen Frankens haben in Gemeinschaftsarbeit dieses Werk gestaltet. Alle Übersetzer, zumeist Pfarrer, Prädikanten, Mundartautoren und -Dichter beider Konfessionen, sind davon überzeugt: In fränkischer Mundart lässt sich vieles bildreicher und direkter ausdrücken als mit dem Originaltext. Denn mit den fränkischen Begriffen aus dem alltäglichen Leben wirkt alles authentischer und näher am Menschen. 

 

Einen zusätzlichen wunderbaren Nebeneffekt haben die Autoren bereits bei so manchen Erst-Lesenden festgestellt: Viele lächeln ganz automatisch, wenn sie dabei auf Begriffe stoßen, die sie seit ihrer Kindheit kennen, aber kaum je verschriftlicht gesehen haben. Da klingt die schon hundertfach gehörte Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium in der Übertragung durch Gertraud Götz im Ansbacher Dialekt plötzlich so: "Und glei drauf worn bo dem aan Engl a ganzer Haufm andera Engl, dee hem in Herrgodd globt und gsocht: 'Im Herrgodd doa drobm gebm mer die Ehr. Er schenkt der Welt in Friedn, wal er halt sei Menschn su arch mooch!'" 

 

Die Vielfalt der fränkischen Dialekte aus den drei Regierungsbezirken Unter-, Mittel- und Oberfranken, die dazu führen kann, dass in manchen Regionen ein Dorf weiter bereits ein anderer Ausdruck für genau dasselbe verwendet wird, ist Stärke und Schwäche dieser Bibel zugleich. Die Übertragung in die gewohnte eigene Klangfärbung zaubert den Lesenden sogleich ein Lächeln auf das Gesicht. Herausfordernd für Lesen, Verstehen und Aussprechen wird hingegen ein Bibeltext, wenn er von einem Autor mit einem etwas ungewohnten Zungenschlag stammt, etwa aus der Rhön oder dem Hohenlohischen. 

 

Ministerpräsident Markus Söder ließ es sich als „bekennender Franke“ nicht nehmen bei der Präsentation dabei zu sein und ein Grußwort zu sprechen. Er lobte das Projekt ausdrücklich und sprach von einer "sehr schönen Idee". Die fränkische Ausgabe der Bibel bekomme auf seinem Schreibtisch in der bayerischen Staatskanzlei einen Ehrenplatz, versprach er. 

 

Der Nürnberger katholische Stadtdekan Andreas Lurz sprach in Vertretung des Erzbischofs die große Anerkennung und den Dank für dieses Gemeinschaftswerk aus der Sicht der katholischen Christen aus. Er habe sich während des Gottesdienstes beim Singen der Lieder – natürlich ausschließlich in Mundart - die Freiheit herausgenommen, statt der dort vorgelegten Variante die ihm gewohnten Formulierungen seiner Bamberger Muttersprache zu benutzen.  

 

Die „Fränggische Bibl - Des Neue Tesdamend“ ist ab sofort zum Preis von 28 Euro im Buchhandel erhältlich. 

 

Bild zur Meldung: Mit einem Festgottesdienst in der Nürnberger Lorenzkirche unter Mitwirkung vieler Autoren wurde die Fränggische Bibl in fränkischer Mundart präsentiert und gefeiert - vorne rechts Ministerpräsident Markus Söder.

Fotoserien


Festgottesdienst zur Präsentation der Fränggischen Bibl (13.​10.​2024)

Mit einem großen Festgottesdienst in der Nürnberger Lorenzkirche wurde die neu erschienene Fränggische Bibl groß gefeiert.

Urheberrecht:
Alle Fotos Ralf Jakob. Fotos dürfen ausschließlich für den privaten Gebrauch genutzt werden. Eine Veröffentlichung - auch in sozialen Medien - bedarf der Genehmigung durch den Autor.